Die nächsten Wochen bis zum Aschermittwoch sind seine letzten Tage als Präsident der Vereinigung der Badisch-Pfälzischen Karnevalvereine e.V.
Mit dieser Nachricht überraschte Jürgen Lesmeister die zahlreichen Besucher im Rahmen der Verleihung des Goldenen Löwen mit „Brillant“ im Haus der Badisch-Pfälzischen Fasnacht am vergangenen Samstagvormittag in Speyer.
Der studierte Pädagoge, der im letzten Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, macht den nächsten Schritt in den karnevalistischen Ruhestand. Bereits im letzten Jahr hatte der gebürtige Westpfälzer aus Ramstein, nach 30 Jahren als Vorsitzender des Karnevalvereins „Bruchkatze“ Ramstein, der auch Begründer der Gesangsgruppe „Die Hofkater“ war, deren Texte verfasste und sie am Klavier begleitete, ebenfalls diese Aufgabe abgegeben. Nun folgt der nächste Schritt. Nach über 17 Jahren als Präsident des zweitgrößten Landesverbandes mit über 374 Vereinen und über 94 000 Mitgliedern will der ehemalige Konrektor der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in Kaiserslautern den „Weg für jüngere Leute“ freimachen. Das sorgte bei seiner Bekanntgabe für einen Paukenschlag, den viele haten diesen Schritt nicht erwartet. Dementsprechend würdigten die zahlreichen Besucher im Haus der Badisch-Pfälzischen Fasnacht ihn mit einem gebührend langen und stehenden Applaus für sein Jahrzehnte langes Engagement. Zuvor hatte Geschäftsführer Gerald Bleimaier mit einer Träne im Auge, in teils emotionalen Worten das Lebenswerk von Jürgen Lesmeister gewürdigt. Der Pädagoge ist ein Mensch, der Menschen zusammenführte, der aber auch keiner Kritik aus dem Weg ging, sondern stets mit Ruhe, Gelassenheit, aber auch einer Prise Humor es verstand, das gesellschaftliche Miteinander auf allen Ebenen zu fördern. Die positive Entwicklung der Vereinigung, die seit seinem Amtsantritt, der zweitgrößte Landesverband im Bund Deutscher Karneval (BDK) ist, trage maßgeblich seine Handschrift. Dazu gehöre auch der Erhalt, aber auch die Weiterentwicklung des Fasnachtsmuseums im Wartturm in Speyer, die er maßgeblich auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Förderkreises und als Vorsitzender der Stiftung gefördert habe. Die Stimme, aber auch das aktive Engagement von Jürgen Lesmeister wird nach Aschermittwoch fehlen. „Ich bin nicht aus der Welt, ich werde weiterhin mit Rat und Tat meinen Nachfolger und auch die Vereinigung unterstützen“, versprach Lesmeister, der nach seinem Ruhestand aus dem Berufsleben das Reisen als seine neue Leidenschaft entdeckt habe.
„Ich werde der Fasnacht erhalten bleiben, auch wenn ich künftig nicht mehr Präsident sein werde“, sagte Lesmeister. „Ich bin nicht weg“. So wird man den sympathischen Fasnachter künftig in der Region Baden-Pfalz auch mal vermissen. Lesmeister hat in den über 36 Jahren in der Ramsteiner Fasnacht, aber auch in den 26 Jahren im Präsidium der Vereinigung nicht nur den Wandel der Fasnacht vorangetrieben, sondern er hat eine Ära geprägt. Mit seiner Art und Weise, wie er die Fasnacht vorlebte, hat er sich nicht unzählige Freunde weit über die Region hinaus erworben, sondern er hat Maßstäbe gesetzt. Sein Blick war stets in die Zukunft gerichtet. Dabei galt sein besonderes Augenmerk der Jugendarbeit, aber auch dem karnevalistischen Tanzsport. Dass Lesmeister bereits vor den geplanten Neuwahlen diesen Schritt vollzieht, begründet er mit den anstehenden Herausforderungen, die auf die Vereinigung zukommen. „Ich glaube, nach der Kampagne 2025/26 ist es der richtige Schritt den Weg für ein neues Kapitel in unserer Badisch-Pfälzischen Fasnacht aufzuschlagen“, so Lesmeister. Dass er künftig immer wieder im Kreise der Präsidiumsmitglieder zu sehen sein wird, daran gibt es keine Zweifel.
Lesmeister ist ein Fasnachter, der einst als Kleinkind mit seinen Liedern die Gäste in der Gastwirtschaft seiner Großeltern und seiner Mutter begeisterte und bis heute seine Leidenschaft für die Fasnacht nicht verloren hat und auch nicht verlieren wird. Dennoch freut er sich auf mehr Zeit für seine privaten Dinge. 30 Jahre Vereinsvorsitzender, 17 Jahre Präsident der Vereinigung, das ist nicht nur sein Lebenswerk, sondern Lesmeister ist für viele ein Vorbild. Denn der Westpfälzer hat ein Kapitel Fasnachtsgeschichte geschrieben. Da wird ihm spätestens an Fasnachtsdienstag der Abschied nicht leichtfallen und eine Träne wird sicherlich nicht ausbleiben.
Presse: Jochen Willner

